fragmented passing
2025
Fotos: Mateusz Dworczyk und Alime Ertürk
Für die Ausstellung fragmented passing setzte sich Alime Ertürk erstmals künstlerisch mit alten Fotoalben ihrer Familie auseinander. Ihre Werke lesen sich wie ein autobiographisches (Zurück)Blicken auf ihr eigenes Leben in einem ständigen Wechsel zwischen erinnertem und erzählendem Selbst. Sie sind in der Lage, Vergangenes sowohl zu dekonstruieren als auch zu rekonstruieren und haben dabei den Anspruch, sich in einem soziologischen Kontext zu verorten. In allen Werken werden wir mit Bildern der Künstlerin als Kind konfrontiert: Verschiedene konventionelle als auch intime Momentaufnahmen eines Mädchens, das in die Kamera blickt. Anstatt dem linearen Zeitstrahl eines Fotoalbums zu folgen, fragmentiert Ertürk das Mädchen, das sie gewesen ist in einzelne Bildteile und Ausschnitte, die sie übereinanderlegt, neu verbindet und unabhängig von klaren Narrationen neu reflektiert. Diese Verknüpfungen erzeugen eine ganz eigene Erzähldynamik, bestehend aus einem Spannungsverhältnis zwischen Distanzierung und subjektivem Gedächtnis, in welchem Alime Ertürk nicht nur ihre Kindheitserfahrungen verarbeitet, sondern diese immer auch mit kollektiven Dimensionen wie geschlechtlicher Identität, Klassenverhältnissen und Migrationserfahrungen in Verbindung bringt.
-Marie-Luiza Georgi






